Kloster St. Blasien (Schwarzwald)Das Kloster St. Blasien war ein Benediktinerkloster in Sankt Blasien im Südschwarzwald. Geschichte9. Jahrhundert bis 12. Jahrhundert
Folge dieser Kontakte waren der Anschluss St. Blasiens an die fruttuarische Reformrichtung, die Einführung von Laienbrüdern (Konversen) und wohl die Gestaltung St. Blasiens als Doppelkloster von Mönchen und Nonnen; die Nonnen sollten dann vor 1117 das Kloster Berau besiedeln.
Im Verlauf des 12. Jahrhunderts erlahmte indes der Eifer der Schwarzwälder Mönche, die Aktivitäten wurden vom Ausbau einer umfangreichen Grundherrschaft dominiert. So ist 1166 die Schenkung einer Kirche von Gersbach (Südschwarzwald) schriftlich belegt, wodurch der Einfluss des Klosters in der Region weiter wuchs. Im 14. und 15. Jahrhundert erreichte die Grundherrschaft ihre größte Ausdehnung und erstreckte sich über weite Gebiete des Südschwarzwaldes, unter Einbeziehung der genannten Propsteien sowie des Nonnenklosters Gutnau und der Niederkirchen in Niederrotweil, Schluchsee, Wettelbrunn, Achdorf, Hochemmingen, Todtnau, Efringen, Schönau, Wangen, Plochingen, Nassenbeuren usw. Die Schutzvogtei der Bischöfe von Basel konnte abgeschüttelt werden, wie ein Diplom Kaiser Heinrichs V. (1106–1125) vom 8. Januar 1125 beweist, das dem Kloster Königsschutz und freie Vogtwahl zugestand. 13. Jahrhundert bis 18. Jahrhundert
Einem gewissen Otto von St. Blasien wird auch eine Chronik zugeschrieben, die die Ereignisse von 1146 bis 1209 schilderte. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts sind die Habsburger als Schutz- und Kastvögte der Mönchsgemeinschaft bezeugt. St. Blasien wurde damit zu einem Bestandteil des vorderösterreichischen Herrschaftsverbands der habsburgischen Herzöge und in der frühen Neuzeit als Landstand vorderösterreichisches Prälatenkloster. Trotzdem gab es auch Beziehungen zum Reich, die damit zusammenhingen, dass das Kloster zwischen 1422 und 1521 in den Reichsmatrikeln geführt wurde und der schwäbische Reichskreis 1549 vergeblich versuchte, St. Blasien als Reichsprälatenkloster einzubinden. Immerhin waren die vier seit dem Ende des 13. Jahrhunderts von St. Blasien erworbenen „Reichsherrschaften“ Blumegg, Bettmaringen, Gutenburg und Berauer Berg Ausgangspunkt für die 1609 konstituierte reichsunmittelbare Herrschaft Bonndorf. Unter Abt Martin Gerbert wurde die bis heute bestehende Forschungsidee der Germania sacra geboren, die sich die Erfassung der Geschichte der Klöster und Bistümer in Deutschland zur Aufgabe macht. Auflösung des Klosters im 19. JahrhundertDas Kloster St. Blasien, das von der Reformation verschont blieb, wurde 1806 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die mittelalterliche Klosteranlage wurde im 18. Jahrhundert barock überbaut und ist daher nicht mehr vorhanden. Der Großteil der Mönche zog mit den Kunstschätzen sowie den Gebeinen von 12 hier begrabenen Habsburgern zunächst in das aufgelöste Stift Spital am Pyhrn in Oberösterreich, und schließlich in das heute noch bestehende Stift St. Paul im Lavanttal in Kärnten. Liste der Äbte von St. Blasien
Quelle: wikipedia.de Stand: 02.02.2009 Direkt zum Artikel: hier Direkt zu den Autoren: hier Artikel geändert durch: Autor von www.schwarzwald-welt.de Der Inhalt dieser Seite steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Finden Sie Schwarzwald-Welt.de auf der Landkarte:
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