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Freiburg im Breisgau 2

Die Zähringer

Eine erste Erwähnung eines heutigen Stadtteils Freiburgs, der Wiehre, findet sich 1008 in einem Dokument, in dem Kaiser Heinrich II. dem Bischof von Basel Adalberoni den Wildbann in den Wäldern der Gegend überschreibt. Um 1091 baut der Zähringer Herzog Bertold II. das schöne Castrum de Friburch auf dem Schlossberg. Der Siedlung der Dienstleute und Handwerker am Fuße des Berges verleiht Bertolds Sohn Konrad im Jahre 1120 das Marktrecht. 1146 predigt Bernhard von Clairvaux in der Stadtkirche den Zweiten Kreuzzug. An Stelle dieser zu kleinen Kirche veranlasst Bertold V. 1200 den großzügigen Bau des heutigen Münsters.

 

Die Grafen von Freiburg

Nach dem Aussterben der Zähringer übernehmen 1218 die Grafen von Urach mit Egino I. dem Neffen Bertold V. die Herrschaft und nennen sich fortan die Grafen von Freiburg. Im Jahre 1235 lehrt Albertus Magnus in Freiburg. Die Hosanna, die älteste noch erhaltene Glocke des Münsters wird 1258 gegossen. Nach den häufigen Streitereien mit den Grafen um die Finanzen kauft sich die Freiburger Bürgerschaft 1368 mit 20.000 Mark Silber von der Herrschaft des ungeliebten Egino III. los und unterstellt sich dem Schutz des Hauses Habsburg.

Freiburg unter den Habsburgern

Freiburg muss den neuen Herrschern Kriegsleute stellen und Finanzhilfe leisten. In der Schlacht von Sempach siegen die Schweizer Eidgenossen 1386 gegen den österreichischen Herzog Leopold III. und löschen dabei einen Großteil des Freiburger Adels aus. Von nun an beherrschen die Zünfte den Stadtrat. Im Jahre 1417 verhilft Herzog Friedrich IV. von Habsburg dem auf dem Konzil von Konstanz abgesetzten Papst Johannes XXIII. (Gegenpapst) 1415 zur Flucht nach Freiburg. Darauf verhängt König Sigismund die Reichsacht über den Habsburger und Freiburg ist bis 1427 Reichsstadt. Als Herr der österreichischen Vorlande stiftet Erzherzog Albrecht 1457 die Freiburger Universität.

Reformation und Bauernkriege

Im Jahre 1498 hält Maximilian I. Reichstag in Freiburg. Unter dem Zeichen des Bundschuhs erheben sich im gleichen Jahr die Bauern am Oberrhein, doch der Aufstand bei Freiburg unter Joß Fritz wird verraten. 1524 nehmen im Deutschen Bauernkriege 18.000 Bauern unter Führung von Hans Müller Freiburg ein und zwingen den Stadtrat, einer evangelisch-christlichen Vereinigung beizutreten. Als 1529 in Basel die Bilderstürmer den Protestantismus durchsetzen, fliehen der Fürst der Wissenschaft Erasmus von Rotterdam und das Basler Domkapitel ins gut katholische Freiburg. Mit der Vollendung des Hochchors, der 1513 durch den KonstanzerWeihbischof geweiht wird, ist 1536 das Münster endgültig fertiggestellt.

Dreißigjähriger Krieg

1620 kurz nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges übernehmen die Jesuiten die Universität Freiburg. Im Jahre 1632 besetzen die Schweden unter General Horn die Stadt, die in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer wechselt. Eine kaiserlich-bayrische Armee unter den Generälen Franz von Mercy und Jan van Werth nimmt 1644 Freiburg ein. Anschließend kommt es zur Schlacht bei Freiburg zwischen den Bayern und französisch-weimarischen Truppen, angeführt von den Marschällen Turenne und Condé.

Übergriffe Frankreichs

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kommt es unter Ludwig XIV. immer wieder zu Übergriffen auf rechtsrheinisches Gebiet. Nach dem holländischen Krieg muss Kaiser Leopold I. 1679 im Frieden von Nimwegen die Stadt Freiburg samt Lehen sowie Betzenhausen und Kirchzarten der Krone Frankreichs überlassen. Nachdem Ludwig XIV. Sébastien le Prestre de Vauban angewiesen hatte, die Stadt zu einer modernen Festung auszubauen, besucht der König 1681 Freiburg, um den Fortschritt der Arbeiten persönlich zu begutachten. Im Frieden von Rijswijk 1697 darf Ludwig XIV. die im Elsass besetzten Gebiete einschließlich der freien Reichsstadt Straßburg behalten, muss aber Freiburg an die Habsburger zurückgeben. Gegen Ende des Spanischen Erbfolgekriegs besetzt Marschall Claude-Louis-Hector de Villars 1713 Freiburg erneut. Im zweiten österreichischen Erbfolgekrieg leitet Ludwig XV. 1744 vom Lorettoberg aus die Kanonade der Stadt und nimmt sie ein. Als die französischen Truppen Freiburg räumen müssen, zerstören sie die Festungsanlagen gründlich. Lediglich das Breisacher Tor blieb als Teil der Vaubanschen Bauten erhalten. Auf dem Wege nach Frankreich zur Vermählung mit Ludwig XVI. wird Marie-Antoinette 1770 in Freiburg begeistert empfangen. Kaiser Joseph II. besucht Freiburg im Jahre 1777.

Französische Revolution und Napoleon

Französische Revolutionstruppen nehmen Freiburg 1796 ein, doch bereits nach drei Monaten befreit Erzherzog Karl die Stadt. Als der Herzog von Modena Herkules III. im Frieden von Campo Formio 1797 seine italienischen Besitzungen verliert, erhält er als Kompensation den Breisgau. Doch dieses modenische Zwischenspiel dauert nur kurz, denn 1805 verfügt Napoleon den Anfall des Breisgaus und der Ortenau an das Großherzogtum Baden. Die Schlussakte des Wiener Kongresses bestätigt 1815 den Verbleib Freiburgs bei Baden.

Restauration und Revolution von 1848

Im Jahr 1827 wird Freiburg Sitz des neu gegründeten Erzbistums Freiburg. 1845 wird die Bahnlinie in Richtung Offenburg eröffnet. Die Revolution von 1848 entlädt sich im Südwesten Deutschlands besonders heftig, obgleich Baden 1818 während der Restauration eine recht liberale Verfassung erhalten hatte. In Freiburg kommt es zu blutigen Barrikadenkämpfen, an denen neben badischen Regierungstruppen auch hessische Verbände beteiligt sind.

Das Zweite Reich

Mit der Reichsgründung von 1871 nimmt die Stadt am allgemeinen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland teil. Unter Oberbürgermeister Otto Winterer erhält Freiburg mit der Bebauung auch neuer Stadtteile im Stile des Historismus sein Gesicht. Schon 1901 fährt eine elektrische Straßenbahn. Im Ersten Weltkrieg werfen feindliche Flugzeuge und Luftschiffe Bomben über der Stadt ab. Die Rückkehr des Elsass zu Frankreich nach dem verlorenen Krieg trifft Freiburg wirtschaftlich besonders hart.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Zwei der ersten Reichskanzler der Weimarer Republik stammen aus Freiburg. Wie überall im damaligen Deutschen Reich übernehmen 1933 die Nationalsozialisten in Freiburg die Macht. Unter dem Rektorat Martin Heideggers wird die Universität gleichgeschaltet. 1938 wird St. Georgen eingemeindet, im gleichen Jahr geht in der Reichspogromnacht die Freiburger Synagoge in Flammen auf. 1940 werden die in Freiburg noch verbliebenen Juden mit einem Sammeltransport ins südfranzösische Konzentrationslager Gurs geschickt. Am Abend des 27. November 1944 bombardiert die britische Royal Air Force Freiburg, wobei etwa 3000 Bürger den Tod finden. Aus den Trümmern der total zerstörten Altstadt erhebt sich das relativ unbeschädigte Münster. Durch die starken Detonationswellen wurde das Münster jedoch nahezu abgedeckt, aber durch die Hilfe von Ziegelspenden aus Basel in der Schweiz konnte das Münster bis Januar 1945 wieder fast vollständig gedeckt werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Im April 1945 besetzen die Franzosen die Stadt, in der im Oktober General de Gaulle eine Siegesparade abhält. In Folge der Aufteilung Deutschlands in verschiedene Besatzungszonen wird Freiburg 1946 die Hauptstadt des Landes Baden. Nach einer Volksabstimmung geht 1951 Südbaden im Bundesland Baden-Württemberg auf. In den nächsten Jahren führt die Attraktivität Freiburgs zu einem starken Bevölkerungszuwachs, der den Ausbau alter und die Errichtung neuer Wohngebiete erfordert. 1993 erfolgt der Spatenstich zum neuen Stadtteil Rieselfeld. Auf einem von der französischen Garnison 1992 verlassenen Kasernengelände entsteht der Stadtteil Vauban.

Die Studentenunruhen der späten 1960er Jahre finden auch in Freiburg ihren Niederschlag. Das gewachsene politische Bewusstsein führt in den 1970er Jahren auch zur Beteiligung vieler Freiburger am erfolgreichen Widerstand der Kaiserstühler Bauern gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl. Im Gefolge dieser Ereignisse entwickelt sich in der Stadt eine starke autonome Szene, aber auch ein breites ökologisch orientiertes Spektrum. Freiburg wird zu einer Hochburg der neu gegründeten Grünen. Aber auch wissenschaftlich und wirtschaftlich entwickelt sich in Freiburg ein Klima, das der Stadt eine führende Rolle als Umweltstadt verschafft.

1986 ist die Stadt Gastgeber der siebten Landesgartenschau Baden-Württemberg, was für die Entwicklung der westlichen Stadtteile von großer Bedeutung ist. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts überschreitet die Stadt die Bevölkerungszahl von 200.000 Einwohnern. Darunter sind etwa 30.000 Studenten, die an der Universität und vier weiteren Hochschulen studieren.

Eingemeindungen und Erweiterungen

Ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Freiburg im Breisgau eingegliedert wurden. Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet lediglich 3.005 ha.

Quartier Vauban
 
Jahr Orte Zuwachs in ha
1457 Herdern ?
1826 Wiehre 723
1890 Günterstal 520
1890 Haslach 912
1906 Zähringen 1.169
1908 Betzenhausen 865
1914 Littenweiler 1.561
1938 St. Georgen 761
 
Jahr Orte Zuwachs in ha
1. 09. 1971 Lehen 358
1. 12. 1971 Opfingen 1.461
1. 07 1972 Waltershofen 758
1. 01. 1973 Tiengen 838
1. 07. 1973 Munzingen 677
1. 09. 1973 Hochdorf 1.010
1. 07. 1974 Ebnet 687
1. 07. 1974 Kappel 1.381
1. 01. 1978 Mundenhof 323
 

Freiburg wuchs nicht nur durch Eingemeindungen, sondern auch durch neue Stadtteile. In den 1960er-Jahren waren dies die Stadtteile Weingarten und Landwasser, in den 1990er-Jahren wurden die Stadtteile Rieselfeld und Vauban neu entwickelt.

Einwohnerentwicklung

1895 hatte Freiburg mehr als 50.000 Einwohner. 1933 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, was sie zur Großstadt machte. Bis 1996 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Am 31. Dezember 2006 lebten in Freiburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 217.548 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand. Mit einem Bevölkerungswachstum von 24 Prozent im Zeitraum von 1980 bis 2006 wächst die Stadt unter den Großstädten Baden-Württembergs am schnellsten. Mit einem Durchschnittsalter seiner Bewohner von 40,3 Jahren ist Freiburg die Stadt mit der jüngsten Bevölkerung im Bundesland. Der Ausländeranteil liegt bei 14,1 %.

Quelle: wikipedia.de Stand: 25.02.2008
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Artikel geändert durch: Autor von www.schwarzwald-welt.de
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