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Villingen-Schwenningen Geschichte

Die Historie der beiden ehemaligen Städte ist sehr unterschiedlich. Während die Stadtgeschichte Villingens ins frühe Mittelalter zurückreicht und durch die knapp 500-jährige Zugehörigkeit zu Vorderösterreich geprägt ist, ist für Schwenningens Geschichte lange Zeit ein eher dörflicher Charakter bestimmend, bis Schwenningen dann im Zusammenhang mit der Industrialisierung im Jahr 1907 zur Stadt wird und zur Uhrenmetropole aufsteigt.

Der 1972 erfolgte Zusammenschluss der ehemals badischen Stadt Villingen und der württembergischen Stadt Schwenningen (früher Schwaningen) stieß nicht bei allen Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung. Bis heute ist die „Doppelstadt“ auf vielen Gebieten noch nicht zusammengewachsen.

Eckpunkte der Stadtgeschichte

Villingen

Am Westrand Villingens zieht sich von Norden nach Süden eine alte Siedlungsgrenze hin, die so genannte Buntsandsteingrenze, die den unzugänglichen Schwarzwald im Westen vom östlich davon gelegenen offenen Kalkland der seit der jüngeren Steinzeit besiedelten Hochmulde der Baar trennt. Die ersten Ansiedlungen befanden sich östlich des heutigen Villingens links der Brigach.

  • 616 v. Chr.: Ein Hügel ganz in der Nähe südwestlich von Villingen, der Magdalenenberg, erwies sich bei den 1890 unter Leitung des Oberförsters Ganter und 1970-73 unter Leitung des Prähistorikers K. Spindler durchgeführten Grabungen als hallstattzeitlicher „Fürstengrabhügel“ und größter Grabhügel Mitteleuropas. Die jahrgenaue Datierung ergibt sich aus dem dendrochronologisch ermittelten Fälldatum der Eichen, aus denen die zentrale Grabkammer gezimmert war.
  • Für die Zeit zwischen 100 und 300 n. Chr. kann die Anwesenheit von Römern nur vermutet werden.
  • Seit dem 4. Jahrhundert siedelten an der Altstadtquelle links der Brigach Alemannen.
  • 817 Erste Erwähnung Villingens und Schwenningens in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen
  • 999 Verleihung der Markt-, Münz- und Zollrechte an Villingen durch Kaiser Otto III.
  • 1119 Die Zähringer gründen Villingen auf der gegenüberliegenden, rechten Seite der Brigach neu. Dabei entsteht das für Zähringerstädte typische Straßenkreuz.
  • 1218 Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 ist Villingen Reichsstadt. 1283 erhalten die Fürstenberger von Rudolph von Habsburg Villingen als Reichslehen. Villingen verliert damit seine Reichsfreiheit wieder.
  • 1324 Der auch von den Grafen von Fürstenberg anerkannte Zunftbrief regelt durch Bestimmungen für die Wahl von Bürgermeister, Zunftmeistern und Richtern das politische Leben der Stadt neu. Das Hauptgewerbe war damals die Wollweberei.
  • 1326 wird Villingen an Österreich verkauft und gehört bis 1805 zu Vorderösterreich.
  • 1349 An der Pest stirbt über die Hälfte der Bevölkerung.
  • 1524/25 Im Bauernkrieg wird die Stadt bedroht, aber nie ernsthaft belagert. Im Gegenteil, sie greift aktiv auf Seiten Vorderösterreichs in den Krieg gegen die Bauern ein, indem sie die umliegenden Ortschaften (z. B. Schwenningen) überfällt.
  • 1633 Dreimalige Belagerung im Dreißigjährigen Krieg aber weder die Belagerungen 1633 noch die Belagerung 1634 waren erfolgreich.
  • 1704 erneute Belagerung im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges, eine Übermacht von mehreren zehntausend Franzosen unter dem Marschall Tallard belagert die Stadt, die wiederum standhält
  • 1805 an Württemberg und 1806 an Baden
  • 1848 die Revolution greift auf Villingen und Schwenningen über
  • 1873 Bau der Eisenbahn (Schwarzwaldbahn) von Offenburg nach Konstanz

Schwenningen

  • 0817 Erste urkundliche Erwähnung von Schwenningen
  • 1444 Schwenningen kommt zu Württemberg und wird dem Amt bzw. Oberamt Tuttlingen zugeordnet.
  • 1525 Im Bauernkrieg griffen Villinger am 20. Juni das Dorf Schwenningen an und verbrannten es fast vollständig.
  • 1824 Im Bereich der heutigen Salinenstraße wurde die Saline Wilhelmshall mit sechs Siedhäusern errichtet
  • 1830 Schwenningen erhält Marktgerechtigkeit
  • 1842 Schwenningen kommt vom Oberamt Tuttlingen zum Oberamt Rottweil aus dem 1924 der Landkreis Rottweil hervorging.
  • 1848 Gründung des Uhren-Gewerbe-Vereins
  • 1858 Gründung der ersten Uhrenfabrik für tragbare Nachtwächterkontrolluhren in Schwenningen durch Johannes Bürk. Weitere Fabrikgründungen waren: 1860 Uhrenfabrik Mauthe, 1883 Schlenker & Kienzle, 1888 Schlenker-Grusen, 1890 Johann Jäckle, Metallwaren, 1902 Johannes Schlenker (ISMET), 1925 Steinel. Schwenningen nannte sich Mitte des 20. Jahrhunderts „die größte Uhrenstadt der Welt“.
  • 1869 Eröffnung der Eisenbahnlinie Rottweil–Schwenningen–Villingen.
  • 1885 Gründung der ersten sozialistischen Gewerkschaft.
  • 1900 Einweihung der „Königlich Württembergische Fachschule für Feinmechanik, Elektromechanik und Uhrmacherei“, heute Staatliche Feintechnikschule mit Technischem Gymnasium
  • 1907 Schwenningen, bisher größtes Dorf Württembergs, wird zur Stadt erhoben.
  • 1950 Erste Messeveranstaltung „Südwest stellt aus“
  • 1956 Die Uhrenfabrik Kienzle fertigt die ersten batteriebetriebenen Uhren; die erste Solaruhr „Heliomat“ kommt im gleichen Jahr auf den Markt.
  • 1970er Jahre: Durch die Einführung der Quarzuhrwerke beginnt der Niedergang der Schwenninger Uhrenindustrie.

Villingen-Schwenningen

  • 1972 Im Rahmen der Gemeinde- und Kreisreform werden Villingen und Schwenningen zur Stadt Villingen-Schwenningen zusammengelegt.
  • 1976 Verleihung der Ehrenfahne des Europarats an Villingen-Schwenningen für seine Bemühungen um gute Beziehungen zu den Partnerstädten.
  • 1985 fanden in Villingen-Schwenningen die Heimattage Baden-Württemberg statt.
  • 1994 Villingen-Schwenningen erzielt den ersten Platz im Umweltreport des Focus als Stadt mit der höchsten Lebensqualität aller deutschen Städte mit über 80.000 Einwohnern.
  • 2001 Villingen-Schwenningen erhält nach dreißig Jahren ein gemeinsames Stadtwappen.

Eingemeindungen

Das Gebiet der Stadt Villingen-Schwenningen hat sich wie folgt entwickelt (soweit nicht anders angegeben gehörten die Gemeinden vor 1973 zum Landkreis Villingen):

  • Am 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Mühlhausen (Landkreis Rottweil) in die Stadt Schwenningen am Neckar (Landkreis Rottweil) eingemeindet.
  • Am 1. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Obereschach in die Stadt Villingen im Schwarzwald eingemeindet.
  • Am 1. Januar 1972 wurden die beiden Städte Villingen im Schwarzwald und Schwenningen am Neckar zur neuen Stadt Villingen-Schwenningen vereinigt. Gleichzeitig wurde der Landkreis Villingen in „Landkreis Villingen-Schwenningen“ umbenannt.
  • Am 1. April 1972 wurden die Gemeinden Herzogenweiler, Pfaffenweiler und Rietheim (alle Landkreis Villingen-Schwenningen) sowie Tannheim (bisher Landkreis Donaueschingen) in die neue Stadt Villingen-Schwenningen eingemeindet.
  • Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Marbach in die Stadt Villingen-Schwenningen eingemeindet.
  • Am 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Weigheim (bisher Landkreis Rottweil) und Weilersbach in die Stadt Villingen-Schwenningen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hatten Villingen und Schwenningen nur wenige hundert Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Villingen hatte 1900 erst 7.800 Einwohner, 1971 waren es 39.000. In Schwenningen lebten 1900 rund 10.000 Menschen, 1971 waren es 35.000. Am 1. Januar 1972 wurden die beiden Städte zur neuen Stadt Villingen-Schwenningen mit rund 80.000 Einwohnern vereinigt. Seitdem schwankt die Bevölkerungszahl um diese Grenze. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Villingen-Schwenningen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 83.921 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Religionen, Konfessionen

Villingen

Villingen gehörte zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor dem Wald“ unterstellt. Später wurde die Stadt Sitz eines Landkapitels. Zwischen 1520 und 1530 versuchte das Franziskanerprovinzial die Reformation einführen, doch scheiterte dies an der Regierung Vorderösterreichs, zu der die Stadt gehörte. Villingen blieb daher bis ins 19. Jahrhundert überwiegend katholisch. Die ursprüngliche Pfarrkirche Villingens war die heutige Friedhofskirche, deren romanischer Turm noch erhalten ist. Das Münster zu Unserer Lieben Frau, eine Doppelturmbasilika aus dem 12. Jahrhundert, war die „Leutkirche“, die schon im Gründungsplan der Stadt vorgesehen war. Sie ist die heutige katholische Hauptkirche Villingens.

Von deren Pfarrei spaltete sich 1927 die Kuratie St. Fidelis ab, die 1942 zur Pfarrei erhoben wurde. Die zugehörige Kirche wurde 1953/54 erbaut. Von der Pfarrei St. Fidelis spaltete sich 1956 die Kuratie St. Konrad ab, welche 1970 zur Pfarrei erhoben wurde. Die zugehörige Kirche wurde 1964/67 erbaut. Eine weitere katholische Kirche ist die 1962/64 erbaute Kirche Bruder-Klaus im Nordosten der Stadt. Hier gab es seit 1963 eine eigene Kuratie und seit 1969 eine Pfarrei. Alle vier Gemeinden bilden heute die katholische Gesamtkirchengemeinde Villingen. Neben der Pfarrkirche (Münster) gab es in Villingen auch zahlreiche Klöster. Der Johanniter-/Malteserorden gründete 1253 in Villingen eine Kommende und baute eine Kirche. Die Kommende Villingen gehörte bis 1806 zum katholischen Großpriorat Deutschland des Johanniter-/Malteserordens, mit Sitz in Heitersheim. Ein Franziskanerkloster gab es ab 1268, doch wurde es 1797 aufgehoben. Die Kirche wurde bereits 1298 geweiht. 1451 wird ein Antoniterhaus erwähnt. Im 13. Jahrhundert gab es auch Nonnen, die nach den Regeln der Augustiner lebten. Diese Vereinigung ging jedoch im Dominikanerorden auf, der 1782 aufgelöst wurde. Das Bickenkloster beziehungsweise Kloster St. Clara war ein Klarissenkloster, das 1633 weitgehend zerstört, 1731 jedoch neu errichtet und 1782 aufgehoben worden. Aus ihm entstand das Ursulinenkloster. Schon 1536 gab es auch ein Kloster mit Benediktinermönchen aus St. Georgen. Deren Klosteranlage ist barock ausgestattet worden. Schließlich gab es ab 1655 noch ein Kapuzinerkloster, das 1806 aufgehoben wurde.

Schwenningen 

Schwenningen gehörte ebenso wie Villingen zunächst zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat „vor dem Wald“ unterstellt.

Seit 1444 war Schwenningen württembergisch. Infolge der Zugehörigkeit zum Herzogtum Württemberg wurde 1535 die Reformation eingeführt. Daher war Schwenningen im Gegensatz zu Villingen bis ins 19. Jahrhundert rein evangelisch.

1275 gab es sowohl in Ober- als auch in Unterschwenningen jeweils eine Kirche. In Oberschwenningen bestand die Michaelskirche und in Unterschwenningen die St.-Vincenz-Kirche. Wenngleich die Vincenzkirche allmählich zur Filialkirche von St. Michael herabgestuft wurde, so wurde sie nach der Reformation die alleinige Pfarrkirche von Schwenningen. Die Michaelskirche wurde abgebrochen. 1563 erhielt die Vincenzkirche einen neuen Turm, 1700 ein neues Schiff und 1837/38 ein Querschiff und eine Erhöhung des Turmes. An der nunmehrigen Stadtkirche wurde infolge des starken Zuzugs von Protestanten bereits 1835 eine zweite Pfarrei errichtet.

1907 wurde die Pauluspfarrei (Kirche von 1910), 1922 die Johannespfarrei (Notkirche von 1931, 1959/60 Neubau) abgetrennt. Aus der Johannespfarrei entstand 1965 die Johannespfarrei II. Ferner entstand noch die Markuspfarrei (Kirche von 1957). Neben den genannten Kirchen gibt es noch eine Friedhofskapelle von 1908. Alle evangelischen Gemeinden Schwenningens gehören zum Dekanat Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Zu dieser Landeskirche gehören auch die Protestanten aus dem Stadtteil Weigheim, die von der Nachbargemeinde Schura betreut werden.

Im 19. Jahrhundert zogen wegen des starken Wachstums des Ortes infolge der Industrialisierung (Uhrenindustrie) zahlreiche Katholiken aus der Umgebung nach Schwenningen. Sie erhielten 1892/93 eine eigene Kirche, die Franziskuskirche. Eine zweite katholische Kirche Mariä Himmelfahrt wurde 1952 gebaut, da durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener die Stadt stark gewachsen war. Die katholischen Gemeinden Schwenningens gehören zum Dekanat Rottweil des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Villingen-Schwenningen auch eine serbisch-orthodoxe Gemeinde sowie Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Baptisten Brüdergemeinde, die Christliche Gemeinde, die Christliche Glaubensgemeinde, die Christus-Gemeinde und die Gemeinde Gottes.

Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Villingen-Schwenningen vertreten.

Stadtteile

Auch die meisten heutigen Stadtteile von Villingen-Schwenningen blieben nach der Reformation überwiegend katholisch, weil sie entweder zu Vorderösterreich oder zum Fürstentum Fürstenberg gehörten. Daher gibt es in den meisten Stadtteilen auch eine katholische Gemeinde oder Filialgemeinde und eine Kirche.

Die Gemeinde Herzogenweiler wurde zunächst von Vöhrenbach betreut. Heute ist sie eine Filiale von Pfaffenweiler. Die Kapelle St. Wendelin wurde 1908 erbaut. Eine Stephanskapelle ist jedoch bereits 1320 genannt. Marbach war eine Filiale von Kirchdorf. Doch wurde bereits 1710 eine Filialkirche St. Jakobus der Ältere erbaut, die 1935 erweitert wurde. Mühlhausen kam wohl im 16. Jahrhundert an Rottweil. Die katholische Kirche St. Georg wurde bereits im 12. Jahrhundert gebaut, 1714/15 renoviert und erhielt dabei einen neuen Turm. In Obereschach gab es eine alte St.-Ulrichskapelle, die 1821 durch einen Neubau ersetzt wurde. Zur Pfarrei Obereschach gehört auch der Nachbarort Mönchweiler. Die Dreifaltigkeitskirche Pfaffenweiler wurde erst 1965/66 erbaut, der Turm stammt jedoch von 1720. Eine Kirche wird dort bereits im 12. Jahrhundert erwähnt. Sie gehörte dem Kloster St. Georgen. Eine eigene Pfarrei war jedoch erst wieder 1869 errichtet worden. Diese betreut auch die Filialgemeinde Herzogenweiler. In Rietheim gibt eine 1487 erstmals genannt St.-Konradskapelle, die 1909 vergrößert wurde. Zunächst wurde Rietheim von Kirchdorf aus betreut, seit 1797 gehört es zur Pfarrei Villingen und seit 1927 zu St. Fidelis. Tannheim war zunächst ebenfalls eine Filiale von Kirchdorf und wurde 1806 zur eigenen Pfarrei erhoben. Die zugehörige Kirche St. Gallus wurde aber erst 1898 erbaut. Die Weigheimer Kirche wurde 1763 nach einem Brand unter Einbeziehung des Turms des Vorgängerbaus von 1694 neu erbaut. Das Schiff wurde 1891 verlängert. Daneben gibt es eine im 18. Jahrhundert erbaute St.-Wendelinskapelle. Auch in Weilersbach ist seit dem 13. Jahrhundert ein Pfarrer erwähnt. Die Kirche wurde 1360/70 erstmals erwähnt. Die alte Kirche St. Hilarius wurde jedoch 1953/55 durch einen Neubau ersetzt.

Alle genannten katholischen Gemeinden im Stadtgebiet von Villingen-Schwenningen gehören zum Dekanat Villingen des Erzbistums Freiburg mit Ausnahme der Pfarreien in Mühlhausen und Weigheim, die dem Dekanat Rottweil des Bistums Rottenburg-Stuttgart angehören.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Protestanten nach Villingen. Sie wurden zunächst von Mönchweiler aus betreut. 1854 entstand die erste protestantische Gemeinden, die 1892 zur Johannespfarrei zusammengefasst wurde. Die Gemeinde erhielt die ehemalige Johanniterkirche aus dem 13. Jahrhundert, heute Johanneskirche. 1952 wurde von ihr die Pauluspfarrei und 1960 die Markuspfarrei abgetrennt. 1972 entstand noch die Petruspfarrei und 1975 die Lukaspfarrei. Im Stadtteil Marbach entstand 1976 ebenfalls eine eigene Pfarrei. Diese bildet heute mit den fünf Villinger Pfarreien und mit der Nachbargemeinde Niedereschach die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Villingen. Die genannten Gemeinden betreuen auch die Protestanten der Stadtteile Herzogenweiler, Pfaffenweiler und Rietheim (Pfarrei Marbach), Mühlhausen (Pauluspfarrei), Obereschach (Petruspfarrei) und Weilersbach (Niedereschach). Die Protestanten von Tannheim werden von der Gemeinde Donaueschingen betreut. Sie gehören alle zum Kirchenbezirk Villingen der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Doppelstadt

Dass Villingen dem badischen und Schwenningen dem württembergischen Landesteil angehört, führt zu einigen Besonderheiten. Vieles gibt es doppelt und wegen der unterschiedlichen Landeszugehörigkeit der Stadtteile meist in etwas unterschiedlicher Form. Gerne bezeichnet man Villingen-Schwenningen deshalb als „Doppelstadt“.

Einige Beispiele:

  • Villingen (07721) hat eine andere Telefonvorwahl als Schwenningen (07720);
  • die Institutionen und Vereine der gemeinsamen Stadt gehören verschiedenen Landesverbänden an, so dass z.B. die badischen Sportvereine sich im sportlichen Wettkampf nicht mit den württembergischen messen können;
  • es existiert in Villingen das badische Richternotariat mit Volljuristen, während man in Schwenningen auf das württembergische Bezirksnotariat trifft;
  • die Kirchengemeinden gehören unterschiedlichen Landeskirchen beziehungsweise Bistümern (Erzbistum Freiburg/Bistum Rottenburg-Stuttgart beziehungsweise Evangelische Landeskirche in Baden/Evangelische Landeskirche in Württemberg) an;
  • In jedem der beiden Stadtbezirke gibt es ein Rathaus (Sitz des Oberbürgermeisters ist Villingen).

Viele Einrichtungen existieren als württembergische bzw. badische Version in einer Stadt also doppelt etc. und anderes mehr. Die Überwindung solcher „Spaltungen“ der sogenannten Doppelstadt ist trotz 36-jähriger gemeinsamer Geschichte noch nicht in allen Punkten gelungen. Die Stadtverwaltung versucht diese doppelstädtische Besonderheit touristisch zu vermarkten, in dem sie Villingen-Schwenningen als „Baden-Württemberg-Stadt“ bezeichnet.

Quelle: wikipedia.de Stand: 08.10.2008
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Artikel geändert durch: Autor von www.schwarzwald-welt.de
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